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Happiness von Hurts
Preis bei Amazon: EUR 8,99, Angebote ab EUR 3,59 Erscheinungsdatum: August 2010
Tracks:
Aus der Amazon.de-Redaktion
Musik erfreut sich vor allem dann großer Beliebtheit, wenn sie aus der Not heraus geboren ist, egal ob sie von Susan Boyle stammt oder,
wie hier, von der Band Hurts und ihrem synthielastigen Debütalbum Happiness. Mit verhallten Sounds und moderatem Tempi hat es
deren Musik auch hierzulande in die Charts geschafft. Die Verwandlung vom Sozialfall zum Star ist das zeitgemäße Pendant zum Aufstieg
vom Tellerwäscher zum Millionär der Nachkriegsjahre, ein Phänomen, das die große Masse vermutlich weitaus mehr fasziniert, als die
besonderen Fähigkeiten der Senkrechtstarter. Hut ab, wenn man es wie Adam Anderson und Theo Hutchcraft schafft, der tristen Misere als
Arbeitsloser in Manchester zu entfliehen, bis hin auf die Bühne der Berliner Fashion Week und flugs unter die Fittiche des Plattenlabels
der Fantastischen Vier. Bevor sie ihre Band Hurts zum Laufen brachten, besserten sie neben dem Musikmachen ihre
Arbeitslosenunterstützung jahrelang mittels Filmen von Greyhound-Hunderennen oder Jobs bei Veranstaltungen der British Superbikes auf.
Dann auf einen Schlag, der Durchbruch. Plötzlich werden sie für das Cover ihres Albums von jenem Mann fotografiert, dessen Erscheinen
Initiatoren renommierter Modemesse entgegenbangen -kommt er oder kommt er nicht- Hedi Slimane, kürzlich noch Designer bei Dior Hommes.
So viel zum äußeren Glamour, doch wie sieht es aus mit der Musik? Sie kann nicht ganz Schritt halten mit dem visionären
Organisationstalent und dem goldenen Händchen für das rechte Maß an Medienpräsenz. Ausgerechnet der Hidden Track "Verona", ganz am
Ende wie die Perle in einer Muschel im Song "Water" verborgen, erweist sich als reizvollste Stück des gesamten Albums. Es würde einem
Rufus Wainwright alle Ehre machen, mit seiner Instrumentierung aus Klavier, schmachtender Violine, Zimbeln und einem heroischen
Männerchor. Doch leider dauert das Vergnügen nur zwei Minuten. Ein musikalisches Kuckuckskind mit starker Persönlichkeit, von dem man
sich fragt, was es inmitten der Brut seiner 11 anderen eher durchschnittlich begabten Song-Geschwister zu suchen hat. Die sind, laut
Hutchcraft, Ergebnis ihrer musikalischen Suche nach Italo-Disco. Damit man sie nicht irrtümlich neben Umberto Tozzi einordnet, erhielten
sie von ihren Schöpfern die Bezeichnung 'Disco Lento' (was immer das auch sein mag). Dennoch ist Happiness ein erstaunliches
Album, jedoch weniger wegen seiner Songs, sondern vielmehr aufgrund der Energie seiner Macher und der Resonanz, die sie damit in der
Öffentlichkeit hervorrufen. |
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